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Natur, Kunst und Schweizer Gemütlichkeit
Ausstellung und Lesung im „El Risco de las Rosas“
Von Bodo Wilbert
Wanderfreunde kennen sie schon lange, die „Waldhütte“ bei San Jose de los Llanos auf Tausend Metern Höhe. „El Risco de las Rosas“ bietet die einzige Möglichkeit für Wanderer einzukehren und sich mit den kreativen Speisen des Schweizer Michael für den Weiterweg zu stärken, und sich im Winter am Holzofen aufzuwärmen.
Direkt am Waldrand gelegen betreiben zwei Schweiz-kanarische Ehepaare eine Berghütte. Ihr Konzept, die Liebe zur Natur und zur Kunst mit kreativer Küche, kanarischer Freundlichkeit und Schweizer Gemütlichkeit zu verbinden, findet immer mehr Freunde. Man sagt, wer einmal hier war, kommt immer wieder. Nach einer anstrengenden Wanderung sind Michas Rösti mit frischen Waldpilzen genau das Richtige. Die einzigartige Mischung Schweizer und kanarischer Küche ist auch für die, die das Auto den Wanderschuhen vorziehen, überzeugend.
An den Wochenenden finden meistens Musiktreffen statt. Jazzer, Rocker und Perkussionisten geben sich hier die Hand. Musik ist die gemeinsame Sprache derer, die der spanischen Sprache nicht mächtig sind. Ob deutsch, englisch, spanisch oder kanarisch, hier verstehen sich alle.
So ist es kein Wunder, dass die junge Verlegerin Verena Zech gemeinsam mit dem bekannten Maler Somat am 18. Dezember eine Lesung und Ausstellung im Risco veranstaltet haben.
Schon seit einigen Jahren experimentiert Samot an seiner eigenen Mischtechnik. An seinen neuen Werken erkennt man, wie er sich seine Technik zu eigen gemacht hat. Es gibt keinen Zweifel mehr. Endlich hat er die Freiheit und Souveränität gefunden, um seinen Werken seinen persönlichen Ausdruck zu geben. Und dies macht er bedingungslos. Seine Weiterentwicklung in den nächsten Jahren wird sicherlich viele überraschen. Seine Werke gaben der Veranstaltung einen würdigen Rahmen.
Verena Zech präsentierte ihr drittes Buch ihres noch so jungen Verlages. Die spanische Ausgabe ihres ersten Buches „Der König von Taoro“ von Horst Uden. Ein historischer Roman, der den Lesern einen tieferen Einblick in die kanarische Geschichte und des Lebens der Ureinwohner, der Guanchen, vermittelt. Interessant war das Gespräch zwischen dem fachkundigen Publikum, was durch die kurzen Textabschnitte ausgelöst wurde.
Es handelt sich um einen Roman, der in der Zeit um 1494 hier auf Teneriffa spielt. Auch die Tatsache, dass Horst Uden nur die damals vorhandenen Quellen zur Verfügung hatte – der Österreicher Schriftsteller schrieb den Roman vor 60 Jahren -, macht verständlich, dass einige Details nicht der historischen Wahrheit entsprechen. Hierzu gab der Maler Samot einen interessanten Kommentar ab. „Alle Literatur, die etwas mit der Geschichte der Guanchen zu tun hatte, war bis 1975 verboten. Wir haben nichts über uns gewusst. Das bedeutet, dass wir erst nach der Francodiktatur erfahren haben, wer wir sind und woher wir kommen.“
Ein gelungener Abend, wie immer im Risco de las Rosas.