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Julian Rosefeldt bei Leyendecker
Von Bodo Wilbert
Nach einigen Versuchen mit einheimischen Künstlern konzentrierte sich die Galerie Leyendecker ausschließlich auf ausländische Künstler. Das war ihr Erfolgsrezept. Natürlich reicht eine simple Idee nicht aus, um sich auf den weltweiten Kunstmärkten behaupten zu können. Kunstsammler aus allen fünf Kontinenten kaufen bei Leyendecker, weil sie ein spezielles Auge für spezielle Künstler haben. Künstler, mit einem eigenen Charakter, Stil und einer besonderen Ausdrucksstärke.
Dazu gehört auch ihre neue Errungenschaft, Julian Rosefeldt. Ein Künstler, der unter anderem in Tokio,
Bangkok, Chile, Argentinien, Brasilien, Paris und Berlin ausgestellt hat, ist nun mit seinem neuen Werk “Global Soap” und “Asylum” in Santa Cruz bei Leyendecker.
Der Mensch steht im Mittelpunkt des Werkes von dem Berliner Künstler. Der Mensch von Heute in seiner
Beziehung zum Raum und der Illusion. Er stellt den Raum dar, der von Menschenhand kreiert worden ist und sich verselbstständigt. Der Raum hat die Macht übernommen, und kreiert nun den Menschen. Beklemmende Gefühle verspürt der Betrachter seiner Fotos und Filminstallationen. Es ist ein Raum, der nur seiner Funktionalität unterliegt. Schönheit und Harmonie finden keinen Platz in den Räumen. Der Mensch ist kein vollständiger Mensch mehr und ist nur noch Motor einer Maschinerie. Auch des virtuellen Raumes, der schon längst zur Manipulation, reinen Funktion und wirtschaftlichen Rentabilität missbraucht wird.
Erst bei genauerer Betrachtung, stellt man eine gewisse Parallelität bei seinen übergroßen Portraits fest.
Rosefeldt studierte alle Telenovelas, weltweit. Mit seinen Bildern zeigt er, dass alle Serien nach dem gleichen
Schema gestaltet sind. Raum für eine freie Kreativität gibt es nicht. Die Künstlerische Freiheit wird
ausgeschaltet. Funktionieren müssen sie. Sonst nichts. Schon lange bestimmen die Produzenten, was gemacht wird. Er sucht die Darsteller und Künstler, die in sein Konzept passen. Kunst geht nicht mehr vom Künstler aus, kommt nicht mehr aus dem Inneren der menschlichen Kreativität. Sie bewegt sich nur noch auf der materiellen Ebene. Die geistige und spirituelle Ebene, die erst ein Kunstwerk zum Leben erweckt, fehlt. Der künstlerische Erfolg wird auf seine Gewinnorientierung beschränkt.
Ähnlich geht Rosefeldt bei seinen Filminstallationen vor. Ein Mann lebt in einer Wohnung. Er lebt aber nicht. Er führt nur noch stumpfsinnige Funktionen aus, die vom Raum vorgegeben sind. Erst später merkt der
Betrachter, dass es sich um ein Filmstudio handelt. Eine Maschine, zur reinen Herstellung von Illusionen. Der
Mensch findet dort keinen Platz. Er führt nur noch Funktionen aus.
In weiteren Installationen führt er diesen Aspekt ad absurdum. Hier lässt Rosefeldt ausschließlich Ausländer aus Drittländern stumpfsinnige Arbeiten ausführen. Wie willkürlich sich hin- und herbewegende Zahnräder einer Maschine führen sie Funktionen aus, die ihr Menschsein gen Null bringen lassen. Wie immer war auch diese Ausstellung Leyendeckers sehr empfehlenswert.
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