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Drei Mönche und ein Kloster

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Drei Mönche und ein Kloster

Von Bodo Wilbert

In einer Zeit, in der Klöster und Kirchen wegen Priestermangel geschlossen oder sogar verkauft werden, um zu Kinos oder Hotels umgebaut zu werden, lassen drei Brüder ein neues Kloster bauen. Die drei argentinischen Priester, die schon viele Jahre auf Teneriffa leben und arbeiten, stellten ihr Familienvermögen zur Verfügung, um einen Ort zu kreieren, an dem man Gott oder zu sich selbst finden kann. Hipólito Jorge Dorta und seine beiden Brüder Vicente und Juan, der schon vor ein paar Jahren verstorben ist, sind Teneriffa immer treu geblieben. Über 50 Jahre haben sie hier als Seelsorger gearbeitet.
Am 1. Oktober 2006 war das 5jährige Jubiläum des Klosters „Nuestra Señora Virgen del Socorro“ in Guimar. Der damalige Bischof von der Diözese Teneriffa Don Felipe weihte das Kloster. Ganz in der Nähe des Klosters befindet sich der Strand el Socorro, wo im August 1392 drei Guanchenhirten die Marienstatue Candelaria fanden. Die Guanchen verehrten damals schon die Jungfrau, die in einer Höhle aufbewahrt wurde, obwohl das Christentum erst Hundert Jahre später nach Teneriffa kam. Die Mönche des Klosters verehren die gleiche Jungfrau Maria, aber unter einem anderen Namen.

Fast vier Millionen Euro hat der Bau des Klosters mit Kirche gekostet. Es hat eine Nutzfläche von 2233 qm und ist für 13 Mönche vorgesehen. In einem Seitenflügel befinden sich 15 Fremdenzimmer. Jedes Zimmer mit separatem Bad. Hier sollen Gäste ihren inneren Frieden finden. Für eine Spende kann hier jedermann eine oder mehrere Nächte bleiben. Wer will, kann am Alltag der Mönche teilnehmen. Wer will natürlich, denn die Mönche leben nach den Regeln des Heiligen Benedikts. Ora et Labora. Beten und arbeiten. Obwohl sie nicht dem Benediktinerorden angehören.
Um fünf Uhr morgens wird aufgestanden. Ab 5 Uhr 30 trifft man sich zum gemeinsamen Gebet. Dann werden Psalme vorgelesen. Dann betet wieder jeder für sich alleine. Und um 8 Uhr wird die heilige Messe gelesen, an der auch jeder teilnehmen kann. Der Abt Raynaldo Anzulovich, der wie seine beiden Mitbrüder aus Argentinien stammt und einer dortigen Kongregation angehört: „Es kommen aber nur manchmal und nur wenige zur Morgenmesse.“
Nach der Messe wird noch der Rosenkranz gebetet und um neun Uhr gibt’s Frühstück. Da treffen dann auch die meisten Gäste auf die Mönche. Denn die einzigen Hausregeln, die für die Gäste gelten, sind die festen Essenszeiten. Und das nur, wenn man essen möchte.
Nach dem Frühstück ist Arbeitszeit für die Mönche. Sie haben genug zu tun, um das große Kloster instand zu halten. Sie wären zwar für eigene Produktionen eingerichtet, aber mit drei Mönchen wäre das nicht zu schaffen. Deshalb haben sie ihr Hauptaugenmerk auf die christliche Gastfreundschaft gerichtet. Alle Kammern laden gerade zu ein, sich ein paar Tage zurückzuziehen, um übers Leben und den Glauben nachzudenken. Handtücher und Seife liegen einladend bereit.
Der Abt Raynaldo Anzulovich: „Gerne würden wir deutsche Geistliche einladen, die hier ihren Urlaub verbringen möchten. Das Gleiche gilt natürlich für alle Menschen. Zurzeit kommen nur wenige Menschen. Unser Kloster ist noch nicht so bekannt.“
Nach dem Mittagessen haben die Mönche Zeit, sich auf ihr Zimmer zurückzuziehen, um zu studieren oder zur Bibellektüre. Von 19 bis 20 Uhr 30 wird wieder gemeinsam gebetet. Und dann gibt es Abendessen. Don Raynaldo: „Erst dann haben wir etwas Zeit uns zusammenzusetzen, um ein wenig zu plaudern.“

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