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Bodem

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Der Künstler und sein Atelier

Ein Besuch beim Maler und Architekten Bodem in Tabaiba.

Steil geht es hinunter durch die etwas beklemmende Enge Tabaibas. Auch der kleinste Fleck Erde des Berghanges ist oder wird bebaut. Als brauche man immer etwas zum Festhalten, um sich vor einem unvermeidlichen Absturz in den Atlantik zu schützen. Ganz am Ende, dort, wo es nicht mehr weiter geht, findet man das Gebäude „Playa del Moro“, Wohnhaus, Galerie und Atelier des Künstlers Bodem, "eine Oase in der Wüste der neuen Architektur".

Die Romantik der 60ziger und 70ziger Architektur lädt zum Ruhen ein. Verspielte Ecken und Kurven geben gleichzeitig Raum zum Meditieren und Geborgenheit. Der Mensch steht noch an erster Stelle und nicht die Gewinn orientierte Brutalität des Marktes. Der 75jährige Künstler möchte noch einen Raum zur Verfügung stellen, der dem Menschen die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung gibt. Auf das Wesentliche kommt es an.

Als stünde er im ständigen Kampf mit einer Welt, die er so nicht gewollt hat, kreiert Bodem in seinem Atelier und verändert dieses immer weiter. Das Atelier scheint in einer ständigen Veränderung zu sein. Wie der wilde Atlantik, der unübersehbar vor dem Gebäude droht.
Es lässt ihm keine Ruhe, die Welt ist ihm nicht gleichgültig, wissentlich, dass er alleine sie nicht ändern kann. Trotz alledem gibt er nicht auf. Mit seinen Gemälden zeigt er dem Betrachter auf eine direkte und ausdrucksstarke Weise den Chaos, auf den die Menschheit zusteuert, wenn sie sich nicht ändert. Aber ohne erhobenen Zeigefinger.

Mit einem neuen Werk über die Leidensgeschichte Christi weist er darauf hin, wie aktuell die Botschaft des Erlösers ist. Er schreckt dabei nicht vor der brutalen Wahrheit zurück. Er möchte nichts zurückhalten. Es ist ihm wichtig, dass alles gesagt wird.

So setzte er mit einem großen Werk denjenigen ein Denkmal, die ohne Pause die eisige Kälte der Gesellschaft spüren, den Millionen Straßenkindern, den Streetboys.
Das Leiden ist ihr Alltag. Zementstaub und Ruß sind ihre Atemluft. Und der kalte Asphalt ist ihr Schlafzimmer. Trotzdem geben sie nicht auf. Jeden Tag suchen sie nach dem neuen Weg, nach der Liebe, in einer Welt, die sie so nicht gewollt haben.

Bodem lädt sie ein in sein Atelier und seine Galerie, eine „Oasis mitten in der Wüste der
Zivilisation“ (Miguel Unamuno).
Bodo Wilbert

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