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Schätze aus dem Konzentrationslager
Von Bodo Wilbert
Künstler und Kunsthistoriker kennen den Wert der Bibliothek Antonin Artaud in San Juan de la Rambla. Javier Belmonte konnte in den letzten elf Jahren eine bedeutende Sammlung von Kunstbänden und Literatur über Kunst zusammen tragen. Alleine durch seine Eigeninitiative kann er der Öffentlichkeit nun die größte Bibliothek über Kunst zur Verfügung stellen.
Seine Bibliothek Antonin Artaud in einer alten Villa ist aber auch Galerie, Kunstwerkstatt und Museum und gehört zu den ersten Adressen Spaniens. In seinen Werkstätten stellt er vom eigenen Papier bis zum fertigen Kunstdruck alles her, natürlich nach traditioneller Art. Die Erhaltung alter Techniken gehört zum Leitfaden seines Tuns. Ohne aber den Anschluss zu den modernen digitalen Techniken verloren zu haben. Sein Idealismus führte zu einem Lebenswerk, welches in aller Welt geachtet und beobachtet wird.
Zu seinen neuesten Errungenschaften gehört nun eine beträchtliche Literatursammlung über die Konzentrationslager in Frankreich, wo die Flüchtlinge aus dem spanischen Bürgerkrieg (1936-1938) unter unmenschlichen Umständen festgehalten wurden. Unter den Häftlingen, wie im Konzentrationslager de Argelès Sur Mer, waren auch Schriftsteller, Journalisten, Künstler und Poeten, wie der bekannte Poet Antonio Machado, der in Frankreich verstorben ist. Die Freiheit suchend wurde den spanischen Flüchtlingen an der Grenze zu Frankreich erst einmal ihr Hab und Gut abgenommen, um sie dann in den abscheulichen Lagern unterzubringen.
Belmonte: „Ja, die Franzosen streckten nicht die Arme hoch und hießen die Menschen herzlich Willkommen, wie es viele denken.“
Sie litten unter Hunger und Kälte und wurden wie Tiere gehalten.
Dann zeigte er seine Schätze. Durch seine Verbindungen nach Frankreich – er lebte viele Jahre dort – konnte er eine große Anzahl von Zeichnungen, Bildern und Plakaten, die von Häftlingen im Lager de Argeles gemacht wurden zusammentragen. Alle wurden auf geheimem Wege aus den Lagern gebracht. Es hätte den sofortigen Tod für die Künstler bedeutet.
Die eindrucksvollsten Werke stellen die grausame Realität, die in den Lagern herrschte, dar. Andere verdrängten ihre schrecklichen Erfahrungen und flüchteten sich in ihren Träumen. Wiederum andere zeichneten Plakate, die dann von Freunden vielfach gedruckt und verteilt wurden. Die Werke sind schweigsame Zeugen, und doch sprechen sie für sich allein.
Javier Belmonte möchte unter allen Umständen verhindern, dass diese Zeit in Vergessenheit gerät. Auschwitz und Dachau werfen einen großen Schatten über anderes Unrecht, welches zur gleichen Zeit stattgefunden hat. Die Opfer aber, die teilweise noch bis 1947 in de Argeles einsaßen, haben es verdient, dass man ihrer gedenkt. Bald möchte Belmonte die Werke in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentieren.
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